Alpwirtschaft 4.0: Astronaut has landed!

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Wir schreiben das Jahr 2018 n.c. Unser Raumschiff schlingert irgendwo auf der Milchstrasse zwischen Klimawandel und nächster Eiszeit herum. Wir haben uns von unserem Mutterschiff abgekoppelt und sind an einem Siedlungsort alpiner Halbnomaden der Provenienz Oey gelandet. Vor uns eine temporär geostationäre Roboter-Melkstation der Marke Lely Astronaut. Davor: Simmentalerisch gefleckte Milchkühe, die pünktlich vom Alpenkräuterorbit her kommend seelig wiederkäuend zur Melkschleuse streben. Hinter der Schleuse: Himmlisches Futter und verheissungsvolle Entlastung.

Eigentlich schaut alles aus wie daheim, bei Mutter Erde. Auf diesem sonderbaren Planeten fragt sich die dort sesshafte Spezies: geht’s noch rationeller? Und: Wozu haben wir denn Maschinen erfunden? Ja, es geht rationeller und wir haben sie erfunden, damit sie für uns arbeiten! Aber was tun wir, wenn die Maschinen für uns arbeiten? Wir arbeiten weiter! Ja hört denn das nie auf? Mathematisch gesehen schon. Psychologisch gesehen nein.

Noch etwas Irdisches: Ich hatte einen Heiden-Respekt vor diesem Melkroboter. Schliesslich braucht er für die 35 Kühe anstatt 1.5h melken ganze 5h! Und das zwei Mal pro Tag. Das sind ganz schön viele kWh. Und der Astronaut ist gespickt mit Antrieben, Pumpen, brachialem Kompressor, Computer-Technik und Sensoren, die das Wiederkäuen registrieren und überhaupt alles messen, was die Kuh getan hat und zu tun gedenkt. Und alles immer schön auf der Harddisk ablegen! Wenn das nur Mal gut geht mit Astronauten-Roboter, dem IndieWatt und der Sonnenenergie… Es war kein Sonntagsspaziergang. Jetzt aber funktioniert’s.

Herzlichen Dank an Christoph Ammann von Weigel Elektronik für den genialen „Vollwellen-Sanftanlasser“, der selbst die verrückten Anlaufströme des 3.7kW Kompressors zähmt, an Jürg Mani und Pascal Klossner, die trotz fröhlich springender FI-Schalter den Geist nicht aufgegeben haben, an Dres Flühmann, der ruhigen Blutes Schritt für Schritt zur Lösung kommt, an David Schneider von Swiss-Victron, der uns schliesslich den entscheidenden Tipp gab (eine N-N Brücke zwischen ACin und ACout, haha!) und schliesslich an Familie Hehlen, für ihre Geduld! Chunt scho guet…