IndieWatt in Zürich! Aber dort gibt es doch gar keine Kühe?!

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Das Herz des IndieWatt ist bereits in Zürich bei Ivo Graber. Software ist dort das Thema. Weichware geschrieben in unverständlichen Wörtern und Zeichen. Keiner kann so was verstehen, ausser die paar auserwählten IndieFlüsterer. Der Ivo hat Zugang zu dieser Maschine, kann mit ihr reden, und die macht dann was er will. Bauingenieure könnten da leicht neidisch werden, denn zu ihnen spricht nur der Beton. Aber der hält, was er verspricht.

Christos und ich waren nun 2 Tage lang im Fernheizkraftwerk Meiringen (wo wir unser Batterietestzentrum haben) am Werkeln. Christos hat die Elektroinstallationen gemacht und ich habe das Wasserkühlsystem für die Wechselrichter-Kühlung vorbereitet (bin noch nicht ganz fertig). Besonders zu erwähnen sind die griechischen Sommertemperaturen, die im Fernheizkraftwerk herrschen, denn der 1 Megawatt-Holzofen arbeitet auch im Sommer für die Warmduscher und die Klinik Meiringen. Christos liebt solche Temperaturen, beginnt zu tanzen und von griechischem Wein zu singen. So geht Elektroinstallation natürlich wie von selbst. Bauingenieure aus den Schweizer Bergen werden bei höheren Temperaturen eher introvertiert, schwitzen vor sich hin und denken an griechische Klimawandel-Gewinner und Schweizer Klimawandel-Verlierer. Im Hirn schmelzen die Gletscher.

Gestern haben wir den Kern des IndiePudels also in die grosse Stadt gefahren. So ist es nämlich: Damit die fröhliche Sennerin mit einem lustigen Lied auf den Lippen (kein Klischee!) Kühe melken kann im hintersten Ecken der Schweiz, ohne Stromanschluss, muss man zuerst zu den High-Techies in die Grossstadt. Die urbanen Menschen wiederum finden es ganz toll, wenn sie einen IndieWatt in der Bergwildnis antreffen, wie er so leise vor sich hin melkt. (Geheimtip für Frühaufsteher und Ornithologen: Wenn man sich auf Zehenspitzen um 5 Uhr morgens heranschleicht, kann man den IndieWatt sehr schön beobachten, wie er mit sanftem Unterdruck die Milch aus der Kuh herauszaubert. Warum Ornithologen? Der IndieWatt ist so leise, dass man sogar die seltenen Bartgeier sich räuspern hört) Wenn Städterinnen so was erleben, sind sie hin und weg und bekommen sofort den Käsekaufreflex. So verbindet IndieWatt Stadt und Land. Und IndieWatt ist ein Mikro-Wirtschaftsmotor: Die Crowd gibt uns Geld, wir kaufen Material und leisten Arbeit, bauen einen IndieWatt, stellen ihn auf die Alp, der IndieWatt melkt die Kühe, diese geben stressfreie Alpenvollmilch ab, woraus die Sennerin und der Senn den Käse machen, der von den Menschen wiederum gekauft wird, und so weiter und so fort. Man nennt das Wirtschaftskreislauf und er erhält uns am Leben, neben dem Käse. Wenn der IndieWatt 10 Jahre lang klaglos funktioniert, dann hat er eine ganz ordentliche CO2-freie Wertschöpfung möglich gemacht…(Wir veröffentlichen bald eine Studie, wenn wir Mal Zeit haben)

Noch ein kleines Detail zum Bild: Die KWO, Betreiberin höchst immobiler Speicherseen, der Inbegriff von „Standortgebundenheit“, hat uns einen Anhänger für den Transport der Speicherpfütze namens IndieWatt vermietet. Ein bisschen Symbolik ist da schon drin, nicht wahr? Aber dass die KWO unser Anhänger wäre, heisst das nicht unbedingt (wenn jemand so weit gedacht haben sollte)