Sapristi! Der LeiseMelk ist in seiner Hölle angekommen.

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Der Wechsel-Richter kennt keine Gnade! Das Urteil lautet: Winterschlaf gibt’s nicht für LeiseMelk! Zurück an den Herd, wo er hingehört, Donnerwetter!

Während der clevertrailer sich die Räder in den Chassisbauch steht, kommt die Batterie forthin nie mehr zur Ruhe. Jeden Tag, ihr ganzes Leben lang, wird in ihren Eingeweiden das Natrium vom Chlor gespalten um sich dann ein paar Stunden später wieder zurück zu vereinen. Energie rein, Energie raus. Dabei teilt LeiseMelk ein gleiches Schicksal wie Sisyphus:  Energie rein (Stein rauf) – Energie wieder raus (Stein runter). Nur, Sisyphus hatte eine Götter gleiche Zyklenfestigkeit und eine geradezu epische kalendarische Lebensdauer. Das wollen wir uns von der Salzbatterie doch auch wünschen!

Ab sofort melkt LeiseMelk also keine Kühe mehr, sondern gibt seine Energie ins Netz zurück. Ja, LeiseMelk kann auch Spagetti kochen, Staub saugen, das Haus erleuten, Teig knetmaschinen, wirelessen, Champagner kühlen. Und weil er so nahe bei den Pumpspeicherwerken der Grimsel aufgewachsen ist, kopiert er Mal deren Art mit Energie umzugehen: Er lädt in der Nacht und entlädt sich am Tag.

Und damit hält es sich so: Stellt euch vor, Kinder, lange vor der Energiewende, als Öle und Gase noch in Strömen flossen, es mehr Kohle in der Erde als in allen Finanzinstituten der Welt gab, die Sonne ihre Energie unnütz auf die Erde niederstrahlen liess, und zur Erwärmung und Erhellung der Häuser man grosse, träge, fossile und nukleare Elefantenkraftwerke aufgebaut hatte, war es plötzlich ein Problem, dass die Menschen in der Nacht sich einfach nur schlafen gelegt haben. Nichts weiter. Während die Menschenseelen gemütlich schlummerten, machten die Kraftwerke aber ohne Unterbruch, ohne jegliche Rücksicht auf Arbeitszeitbeschränkungen, Mindestpreise, Ladenöffnungszeiten und Nachtruheverordnungen, Strom ohne Ende. Für diese daueraktiven Stromerzeuger hat die Energiewirtschaft dann Verbraucher geschaffen, die zum richtigen Zeitpunkt den Strom entweder sinnvoll genutzt oder eben gespeichert haben, um ihn dann später wieder einzusetzen, wenn weniger da war. „Demand Side Management“ heisst man das heute und wurde seit jeher mittels Rundsteuerung, Pumpspeicherkraftwerken und günstigen Nachttarifen bewerkstelligt.

Mit dem Tag-aktiven solaren Zappelstrom müssen wir wieder gleich verfahren: Wegspeichern, oder auch sinnvoll brauchen, wenn zuviel da ist. Den Speicher wieder leeren, wenn die Sonne untergegangen ist oder die Wolken über den Panels hängen. Das wird der LeiseMelk dann als Nächtes zur Aufgabe haben. Er soll nicht mehr Nachtstrom in Tagstrom verwandeln, sondern Tagstrom in Abend- und Morgenstrom. Und eine Prise Nachtstrom. In Strom eben, zur richtigen Zeit im richtigen Mass, erneuerbar. Wie Sisyphos.